Wann beginnt die Zeckenzeit – und warum sie früher startet als gedacht
Die Zeckenzeit beginnt in Deutschland deutlich früher, als viele denken. Schon bei Temperaturen ab etwa 8 Grad Celsius werden Zecken aktiv – das kann im milden Februar oder im März der Fall sein, lange bevor die ersten Frühlingsblumen sprießen. Gerade im Bayerischen Wald oder im Schwarzwald, wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist und die Wälder dicht stehen, sind die Tiere oft schon Ende Februar unterwegs, wenn die Sonne den Boden erwärmt.
Anders als oft angenommen, gibt es keine feste „Zeckensaison“ mit klarem Start- und Enddatum. Der Klimawandel hat die Aktivitätsphasen verlängert: In milden Wintern können Zecken das ganze Jahr über aktiv bleiben. Der klassische Höhepunkt liegt jedoch zwischen März und Oktober, mit zwei Spitzen im Frühjahr (April/Mai) und im Spätsommer (August/September). Gerade im Herbst sind viele überrascht, dass Zecken nach einer kurzen Sommerpause wieder zubeißen – besonders in hohem Gras und an Waldrändern.
Wann beginnt die Zeckenzeit konkret? Monat für Monat
Um die Frage „Wann beginnt die Zeckenzeit?“ präzise zu beantworten, hilft ein Blick auf den Jahresverlauf:
- Februar bis März: Erste Aktivität bei milden Temperaturen, besonders in tieferen Lagen und an geschützten Waldrändern. Wer mit dem Hund im Feld unterwegs ist, sollte bereits jetzt mit dem Absuchen beginnen.
- April bis Juni: Hauptsaison für den Holzbock (Ixodes ricinus). Die Nymphen sind jetzt besonders aktiv – sie sind nur etwa 1–2 mm groß und werden leicht übersehen.
- Juli bis August: Bei großer Hitze und Trockenheit gehen die Zahlen etwas zurück, aber in feuchten Gebieten (z. B. an Bächen oder im Bayerischen Wald) bleiben Zecken aktiv.
- September bis November: Zweite Aktivitätsspitze. Viele Wanderer und Gärtner werden jetzt noch einmal gebissen, weil die kühleren Temperaturen die Tiere wieder nach oben locken.
- Dezember bis Januar: In milden Wintern (über 8 °C) können Zecken an sonnigen Tagen aktiv sein. Ein kompletter „Winterruhe“ gibt es nur bei Dauerfrost.
Zeckenzeit im Bayerischen Wald, Schwarzwald und anderen Risikogebieten
Wenn Sie sich fragen, wann die Zeckenzeit in Ihrer Region beginnt, spielt die geografische Lage eine entscheidende Rolle. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist für Deutschland bestimmte FSME-Risikogebiete aus – vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Dazu gehören große Teile des Bayerischen Walds, aber auch das Donautal und viele Landkreise im Schwarzwald. In diesen Gebieten beginnt die Zeckenzeit oft früher und endet später, da die klimatischen Bedingungen für die Tiere ideal sind.
Wer im Bayerischen Wald wandert oder im Schwarzwald mit dem Hund unterwegs ist, sollte bereits ab Mitte Februar an Zeckenschutz denken. Das RKI empfiehlt in Risikogebieten eine FSME-Impfung – nicht nur für Wanderer, sondern für alle, die sich regelmäßig in der Natur aufhalten. Auch in anderen Bundesländern wie Hessen oder Thüringen gibt es einzelne Risikokreise. Eine aktuelle Karte finden Sie auf der Website des RKI.
Wann beginnt die Zeckenzeit für Hunde und Kinder?
Hunde sind besonders betroffen, da sie beim Streifen durch Gras und Unterholz Zecken förmlich aufsammeln. Die Zeckenzeit für Hunde beginnt zeitgleich mit der für Menschen – also oft schon im zeitigen Frühjahr. Wenn Sie mit Ihrem Hund im Feld oder am Waldrand unterwegs sind, kontrollieren Sie nach jedem Spaziergang besonders die Stellen hinter den Ohren, zwischen den Zehen und an den Beinen. Ein Zeckenhalsband oder Spot-on-Präparate können helfen, aber ersetzen Sie nicht das Absuchen.
Auch Kinder sind in Kita, Garten oder beim Spielen im Freien gefährdet. Gerade in FSME-Risikogebieten sollten Eltern früh im Jahr mit dem Schutz beginnen. Lassen Sie Kinder nach dem Spielen im Gras die Kleidung wechseln und den Körper absuchen – besonders Kopf, Nacken und Kniekehlen. In der Kita kann ein gemeinsames „Zecken-Check“ nach dem Außeneinsatz zur Routine werden.
Zeckenschutz: So starten Sie richtig in die Zeckenzeit
Sobald die Temperaturen steigen, sollten Sie Ihre Schutzmaßnahmen anpassen. Dazu gehören:
- Kleidung: Helle, lange Hosen und geschlossene Schuhe erleichtern das Entdecken von Zecken. Hosenbeine in die Socken stecken – das sieht vielleicht nicht modisch aus, hilft aber enorm.
- Repellentien: Mittel mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET schützen zuverlässig für mehrere Stunden. Achten Sie auf die Anwendung bei Kindern – hier gibt es spezielle Produkte.
- Gartenpflege: Halten Sie Gras kurz, entfernen Sie Laub und schneiden Sie Sträucher zurück. Zecken lieben feuchte, schattige Bereiche – ein aufgeräumter Garten ist weniger attraktiv.
- Absuchen: Nach jedem Aufenthalt im Freien sollten Sie den gesamten Körper absuchen. Besonders wichtig sind die „Lieblingsstellen“ der Zecken: Haaransatz, Ohren, Achseln, Bauchnabel, Leistengegend und Kniekehlen.
Wenn Sie eine Zecke finden, entfernen Sie sie schnell und ruhig mit einer Zeckenzange oder -karte. Greifen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Desinfizieren Sie die Stelle anschließend und beobachten Sie sie einige Tage. Bei Rötungen oder grippeähnlichen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Zeckenzeit im Wandel: Was der Klimawandel bedeutet
Die Zeckenzeit verschiebt sich nachweislich. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Aktivitätsperiode um etwa zwei bis drei Wochen verlängert. Das liegt an milderen Wintern und längeren warmen Herbstperioden. Zudem breiten sich wärmeliebende Zeckenarten wie die Hyalomma-Zecke aus dem Süden zunehmend in Deutschland aus – auch wenn der Holzbock weiterhin die häufigste Art ist.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Frage „Wann beginnt die Zeckenzeit?“, sondern auch die Risikobewertung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen für FSME-Impfungen in Risikogebieten ausgeweitet. Wer unsicher ist, ob der eigene Wohnort betroffen ist, kann dies auf der RKI-Website prüfen. Generell gilt: Je früher Sie mit dem Schutz beginnen, desto besser.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Zeckenzeit in Deutschland genau?
Die Zeckenzeit beginnt in Deutschland in der Regel im März, kann aber in milden Wintern schon im Februar starten. Entscheidend ist eine Bodentemperatur von etwa 8 °C. In FSME-Risikogebieten wie dem Bayerischen Wald oder dem Schwarzwald ist die Aktivität oft früher und länger ausgeprägt.
Wie lange dauert die Zeckenzeit?
Die Hauptaktivität erstreckt sich von März bis Oktober, mit zwei Spitzen im Frühjahr und Spätsommer. Bei milden Temperaturen können Zecken jedoch auch im November oder Dezember aktiv sein. Ein kompletter „Winterruhe“ gibt es nur bei Dauerfrost.
Wann beginnt die Zeckenzeit für Hunde?
Für Hunde beginnt die Zeckenzeit zeitgleich mit der für Menschen – also ab etwa März, oft schon im Februar. Hunde nehmen Zecken besonders leicht beim Streifen durch hohes Gras und Unterholz auf. Kontrollieren Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang und verwenden Sie geeignete Schutzmittel.
In welchen Monaten ist die Zeckengefahr am höchsten?
Die höchste Gefahr besteht von April bis Juni und dann noch einmal von August bis September. In diesen Monaten sind die Nymphen besonders aktiv, die wegen ihrer geringen Größe leicht übersehen werden. Gerade in Risikogebieten sollten Sie in dieser Zeit besonders aufmerksam sein.
Brauche ich eine FSME-Impfung?
Wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder sich dort häufig in der Natur aufhalten, empfiehlt das Robert Koch-Institut die Impfung. Das gilt besonders für den Bayerischen Wald, den Schwarzwald und andere ausgewiesene Gebiete. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt – die Impfung besteht aus drei Teilimpfungen und schützt zuverlässig.
Was mache ich, wenn ich eine Zecke entdeckt habe?
Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder -karte. Fassen Sie die Zecke nah an der Haut und ziehen Sie sie langsam heraus. Desinfizieren Sie die Bissstelle und beobachten Sie sie einige Tage. Bei Rötungen, Fieber oder grippeähnlichen Symptomen suchen Sie einen Arzt auf.