Die Grundlagen: Zecken vorbeugen im eigenen Garten
Wer Kinder hat oder mit dem Hund unterwegs ist, möchte den Garten sicher nutzen, ohne jedes Blatt misstrauisch zu betrachten. Ganz ausschließen lassen sich Zecken dort jedoch nicht. Die Tiere sitzen meist in hohem Gras, dichtem Bewuchs, Laub und bodennahen Pflanzen. Sie lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern werden von Menschen oder Tieren im Vorbeigehen abgestreift.
Zecken vorbeugen im eigenen Garten beginnt deshalb mit zwei Bereichen: der Gestaltung des Grundstücks und dem persönlichen Schutz. Halten Sie Rasen kurz, schneiden Sie Übergänge zu Hecken und Sträuchern regelmäßig zurück und entfernen Sie Laub sowie dichtes Unterholz aus häufig genutzten Spiel- und Sitzbereichen. Eine klare Trennung zwischen Rasen, Wegen und naturnahen Randflächen kann helfen, den Kontakt mit Zecken zu verringern.
Trotzdem bleibt ein Garten kein zeckenfreier Raum. Wildtiere, Haustiere und Kleidung können Zecken hineintragen. Nach dem Spielen, der Gartenarbeit und dem Aufenthalt am Rand von Wiesen sollten Sie deshalb Haut und Kleidung kontrollieren. Bei Kindern gehören besonders Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und Kniekehlen dazu. Beim Hund sind unter anderem Kopf, Ohren, Hals, Brust, Pfoten und die Zehenzwischenräume wichtig.
Was viele Ratgeber zum Zeckenschutz übersehen
Der häufigste Irrtum lautet: Ein gepflegter Garten habe keine Zecken. Auch ein kurz gemähter Rasen kann an den Rändern, unter Sträuchern oder in schattigen, feuchten Bereichen Kontakt mit Zecken ermöglichen. Entscheidend ist nicht allein die Rasenhöhe, sondern wo Menschen und Tiere den Bewuchs berühren.
Ebenso wenig genügt es, nur nach einem Ausflug in den Wald zu suchen. Zecken können auch im Garten, auf dem Spielplatz, beim Spaziergang am Feldrand oder auf dem Weg zur Kita aufgenommen werden. Wer im Bayerischen Wald, im Schwarzwald oder in einem anderen FSME-Risikogebiet lebt, sollte die aktuelle Empfehlung zur FSME-Impfung mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen. Die Impfung schützt vor FSME, nicht vor jedem anderen Erreger, der durch Zecken übertragen werden kann.
Ein weiterer Punkt wird oft zu knapp behandelt: Der Schutz muss zur Person und zur Situation passen. Für Kinder gelten andere Anforderungen als für Erwachsene. Beim Hund sollten Sie ausschließlich ein für Tierart, Gewicht und Alter geeignetes Zeckenmittel nach tierärztlicher Beratung verwenden. Manche Wirkstoffe für Hunde können für Katzen gefährlich sein. Hausmittel wie ätherische Öle, Alkohol oder Öl sind kein verlässlicher Ersatz und können Haut oder Tiere reizen.
Zecken vorbeugen im eigenen Garten: so klappt es im Alltag
Beginnen Sie mit den Bereichen, die Ihre Familie tatsächlich nutzt. Rund um Sandkasten, Terrasse, Wäscheplatz und Sitzbereich sollten Gras, Laub und niedrige Pflanzen möglichst wenig an Kleidung und Haut streifen. Ein gepflegter Randstreifen und regelmäßig geschnittene Wege erleichtern außerdem die Kontrolle.
Bei der Gartenarbeit tragen Sie geschlossene Schuhe, lange Hosen und ein Oberteil mit langen Ärmeln. Helle Kleidung macht krabbelnde Zecken leichter sichtbar. Stecken Sie die Hosenbeine bei besonders dichtem Bewuchs möglichst in die Socken. Nach der Arbeit wechseln Sie die Kleidung und suchen den Körper ab. Getragene Kleidung kann zusätzlich gewaschen oder, sofern das Pflegeetikett es erlaubt, mit Wärme behandelt werden. Die konkrete Wirksamkeit hängt von Material und Behandlung ab.
Für Kinder im Garten ist ein kurzer Kontrollablauf alltagstauglicher als eine lange Untersuchung am Abend: Schuhe aus, Hosenbeine und Ärmel ansehen, danach Haut und Haare prüfen. Bei kleinen Kindern helfen feste Routinen nach dem Spielen. Beim Hund empfiehlt sich nach dem Aufenthalt im hohen Gras ein langsames Abtasten mit den Fingern. Ein Zeckenschutzmittel sollte die tierärztliche Praxis passend zum Tier auswählen.
Repellierende Mittel für Haut oder Kleidung können je nach Produkt und Person sinnvoll sein. Lesen Sie die Gebrauchsanweisung genau und beachten Sie Altersgrenzen. Produkte für die menschliche Haut gehören nicht auf Tiere. Bei Unsicherheit, Hautreaktionen, Schwangerschaft oder der Anwendung bei kleinen Kindern fragen Sie eine Apotheke oder eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt.
Checkliste für Familien, Garten und Hund
- Rasen und häufig genutzte Wege regelmäßig kurz halten.
- Laub, dichtes Unterholz und überhängende Pflanzen aus Spiel- und Sitzbereichen entfernen.
- Übergänge zu Hecken, Wiesen und naturnahen Gartenrändern bewusst gestalten.
- Beim Spielen und bei der Gartenarbeit geschlossene Schuhe sowie möglichst lange Kleidung tragen.
- Nach dem Aufenthalt im Garten Haut, Haare, Kleidung und mitgeführte Gegenstände kontrollieren.
- Bei Kindern besonders Kopfhaut, Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und Kniekehlen ansehen.
- Den Hund nach jedem Aufenthalt in hohem Gras an Kopf, Hals, Brust, Pfoten und zwischen den Zehen prüfen.
- Ein Zeckenmittel für Haustiere nur passend zu Tierart, Gewicht und Alter verwenden und bei Fragen die Tierarztpraxis einbeziehen.
- In einem FSME-Risikogebiet die aktuelle Impfempfehlung mit der Hausarztpraxis besprechen.
- Eine Zeckenkarte oder feine Zeckenpinzette griffbereit aufbewahren.
Was nach einem Zeckenstich zu tun ist
Entdecken Sie eine Zecke, entfernen Sie sie möglichst bald mit einer geeigneten Zeckenpinzette oder Zeckenkarte. Fassen Sie das Tier hautnah und ziehen Sie es langsam und gerade heraus. Vermeiden Sie Quetschen, Öl, Klebstoff oder andere Hausmittel. Reinigen Sie die Stichstelle anschließend nach den üblichen Empfehlungen und notieren Sie, wann und wo der Stich war.
Bleibt ein Teil der Zecke in der Haut, handelt es sich häufig um Reste des Stechapparats, die sich von selbst lösen können. Versuchen Sie nicht, die Haut tief aufzuschneiden. Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn die Stelle stark schmerzt, sich entzündet oder Sie unsicher sind.
Beobachten Sie die Stichstelle und Ihr Allgemeinbefinden in den folgenden Tagen und Wochen. Eine zunehmende ringförmige Rötung, Fieber, starke Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit, Nackenbeschwerden, Lähmungserscheinungen oder andere neue Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine Hautveränderung muss nicht immer wie ein perfekter Ring aussehen. Bei Beschwerden nach einem Zeckenstich wenden Sie sich an eine Arztpraxis; bei akuten schweren Symptomen an den Notdienst.
Das Robert Koch-Institut informiert über FSME und FSME-Risikogebiete in Deutschland. Für allgemeine Hinweise zur Gesundheitsvorsorge können außerdem die Informationen der BZgA hilfreich sein. Maßgeblich für Ihre persönliche Situation sind jedoch die aktuelle Beratung durch eine medizinische Fachperson und bei Haustieren die Tierarztpraxis.
Häufige Fragen
Können Zecken im eigenen Garten vorkommen?
Ja. Zecken können in Gärten vorkommen, besonders in hohem Gras, Laub, dichtem Bewuchs und an Übergängen zu Hecken oder Wiesen. Auch ein gepflegter Garten ist nicht vollständig zeckenfrei. Regelmäßige Pflege und eine Kontrolle von Haut, Kleidung und Haustieren senken das Risiko eines unbemerkten Stichs.
Wie kann ich Kinder im Garten vor Zecken schützen?
Lange, möglichst helle Kleidung, geschlossene Schuhe und eine Kontrolle nach dem Spielen sind praktische Maßnahmen. Prüfen Sie bei Kindern vor allem Haaransatz, Kopfhaut, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und Kniekehlen. Repellierende Produkte sollten nur entsprechend der Packungsangaben und der Altersfreigabe verwendet werden.
Muss ich meinen Hund nach jedem Aufenthalt im Garten absuchen?
Das ist sinnvoll, vor allem nach hohem Gras, dichtem Bewuchs oder einem Spaziergang am Feldrand. Tasten Sie den Hund systematisch ab und kontrollieren Sie unter anderem Kopf, Ohren, Hals, Brust, Pfoten und Zehenzwischenräume. Welches Zeckenmittel geeignet ist, klären Sie am besten mit der Tierarztpraxis.
Ist ein Garten in einem FSME-Risikogebiet besonders gefährlich?
In FSME-Risikogebieten ist die regionale Gefährdung bei der persönlichen Vorsorge zu berücksichtigen. Das gilt auch für Aufenthalte im Garten, wenn dort Zecken vorkommen können. Besprechen Sie die aktuelle FSME-Impfempfehlung mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Die Impfung ersetzt nicht die Zeckenkontrolle und schützt nicht vor allen durch Zecken übertragenen Erkrankungen.
Wann sollte ich nach einem Zeckenstich zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie die Zecke nicht vollständig entfernen können, sich die Stelle entzündet oder später Beschwerden auftreten. Dazu zählen unter anderem eine zunehmende Rötung, Fieber, starke Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder neurologische Symptome. Bei schweren oder plötzlich auftretenden Beschwerden nutzen Sie den medizinischen Notdienst.