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Zeckenbiss und Borreliose: sicher handeln im Alltag

Zeckenbiss und Borreliose: Erfahren Sie, wie Sie Zecken sicher entfernen, Symptome beobachten und sich im Garten, in der Kita und beim Wandern schützen.

Werbehinweis: Dieser Ratgeber dient ausschließlich der Information über Zeckenschutz-Zubehör. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Zeckenbiss und Borreliose: sicher handeln im Alltag

Zeckenbiss und Borreliose: die Grundlagen

Ein Zeckenbiss – genauer: ein Zeckenstich – ist zunächst kein Grund zur Panik. Viele Zecken sind nicht mit Borrelien infiziert, und nicht jeder Stich führt zu einer Erkrankung. Trotzdem lohnt sich ein ruhiger, schneller Ablauf: Zecke möglichst bald entfernen, die Stelle beobachten und bei Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Borreliose wird durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht. Sie kann nach einem Zeckenstich auftreten und verschiedene Organe betreffen. Ein typisches frühes Zeichen ist eine sich langsam ausbreitende Rötung rund um die Einstichstelle. Sie wird häufig als Wanderröte bezeichnet. Eine kleine Rötung direkt nach dem Entfernen der Zecke ist dagegen oft eine örtliche Reizung und nicht automatisch eine Borreliose.

Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Borreliose in Deutschland grundsätzlich überall vorkommen kann. Anders als bei FSME gibt es daher keine vergleichbare Einteilung in FSME-Risikogebiete, die das Borreliose-Risiko zuverlässig ausschließt oder bestätigt. Beim Aufenthalt im Bayerischen Wald, im Schwarzwald oder im eigenen Garten gelten deshalb dieselben Grundregeln für den Zeckenschutz.

Was viele Ratgeber über Zeckenbiss und Borreliose übersehen

Ein häufiger Irrtum lautet: Eine Zecke müsse lange saugen, bevor eine Borrelienübertragung möglich ist. Das Risiko kann zwar mit der Dauer des Saugens steigen, eine sichere Entwarnung für die ersten Stunden gibt es jedoch nicht. Entfernen Sie eine Zecke deshalb immer möglichst zeitnah.

Auch die Größe der Zecke sagt wenig über eine mögliche Borrelienübertragung aus. Sehr kleine Nymphen werden leicht übersehen und können ebenfalls stechen. Nach einem Ausflug sollten Sie deshalb nicht nur Arme und Beine kontrollieren, sondern auch warme, geschützte Körperstellen wie Kniekehlen, Achseln, Leistenbereich, Haaransatz und hinter den Ohren.

Nicht jede Zecke lässt sich sofort entdecken. Duschen kann lose Zecken entfernen, ersetzt aber keine gründliche Kontrolle. Bei Kindern helfen feste Routinen nach der Kita, dem Spielen im Garten oder einer Wanderung. Beim Hund sollten Sie das Fell ebenfalls absuchen, besonders an Kopf, Hals, Ohren, zwischen den Zehen und an den Beinen. Für eine wirksame Vorbeugung beim Tier lassen Sie sich am besten von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt beraten.

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Eine FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose. Die Impfentscheidung gegen FSME richtet sich nach der aktuellen Empfehlung und dem Aufenthaltsort, insbesondere in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten. Für Fragen zur persönlichen Impfung ist die Hausarztpraxis die richtige Anlaufstelle.

Zeckenbiss und Borreliose im Alltag: Garten, Kita und Wandern mit dem Hund

Im Garten sitzen Zecken nicht nur im hohen Waldgras. Sie können auch an schattigen, krautigen Stellen, am Rand von Hecken oder in höherem Gras vorkommen. Beim Spielen mit Kindern muss deshalb niemand den ganzen Garten meiden. Praktischer ist es, Rasen kurz zu halten, Übergänge zu dichtem Bewuchs im Blick zu behalten und nach dem Aufenthalt eine Zeckenkontrolle einzuplanen.

Für die Kita eignet sich eine einfache Regel: Nach dem Heimkommen Kleidung wechseln, Haut und Haare kontrollieren und gefundene Zecken sofort entfernen. Helle Kleidung macht krabbelnde Zecken sichtbarer. Lange Hosen und geschlossene Schuhe können beim Aufenthalt in dichtem Gras zusätzlich helfen. Repellents sollten nur nach Packungsangabe und altersgerecht verwendet werden.

Beim Wandern mit dem Hund, etwa im Bayerischen Wald oder im Schwarzwald, ist eine Kontrolle am Rastplatz und nochmals zu Hause sinnvoll. Zecken können vom Tier auf Menschen übergehen, wenn sie noch auf dem Fell krabbeln. Hunde selbst können ebenfalls durch Zecken übertragene Erkrankungen bekommen. Fragen zu geeigneten Tierarzneimitteln und zur Anwendung gehören in die Tierarztpraxis.

Wenn Sie eine Zecke entfernen, verwenden Sie eine feine Zeckenpinzette oder eine geeignete Zeckenkarte. Fassen Sie die Zecke möglichst hautnah und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Vermeiden Sie Öl, Klebstoff, Alkohol oder andere Hausmittel direkt auf der Zecke. Reinigen Sie die Einstichstelle anschließend und waschen Sie Ihre Hände. Bleibt ein kleiner Teil in der Haut zurück, sollten Sie nicht mit Gewalt darin herumstochern; bei Unsicherheit kann eine Arztpraxis die Stelle beurteilen.

Checkliste für den Alltag mit Kindern und Hund

  • Zeckenschutz für den Ausflug einpacken: feine Pinzette, Karte oder ein anderes geeignetes Entfernungswerkzeug.
  • Helle, möglichst geschlossene Kleidung wählen, wenn es durch hohes Gras oder dichtes Gebüsch geht.
  • Nach Garten, Kita, Waldspaziergang oder Wanderung Haut, Haare und Kleidung kontrollieren.
  • Bei Kindern besonders an Haaransatz, Ohren, Nacken, Achseln, Leisten und Kniekehlen denken.
  • Den Hund nach dem Spaziergang am ganzen Körper absuchen und Zecken sofort entfernen.
  • Das Datum und die Körperstelle eines Zeckenstichs notieren oder ein Foto der Stelle machen, wenn das im Alltag möglich ist.
  • Die Einstichstelle einige Zeit im Blick behalten, ohne sie ständig zu reizen.
  • Bei einer auffälligen, zunehmenden Rötung, Fieber, ungewöhnlicher Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen sowie anderen Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
  • Bei Beschwerden des Hundes die Tierarztpraxis kontaktieren.

Was Sie nach einem Zeckenbiss tun sollten

Entfernen Sie die Zecke zuerst in Ruhe und möglichst vollständig. Eine Untersuchung der Zecke auf Borrelien ist im Alltag meist nicht der entscheidende nächste Schritt, weil ein Nachweis an der Zecke nicht zuverlässig beantwortet, ob eine Erkrankung entstanden ist. Besprechen Sie bei Unsicherheit das weitere Vorgehen mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Beobachten Sie die Einstichstelle und Ihr Allgemeinbefinden. Eine Wanderröte breitet sich typischerweise über mehrere Tage aus und kann ringförmig erscheinen; sie muss nicht immer wie ein perfekter Ring aussehen. Sie kann auch an einer anderen Körperstelle auftreten als direkt am Stich. Treten solche Veränderungen oder grippeähnliche Beschwerden auf, lassen Sie sich zeitnah medizinisch beraten. Warten Sie nicht darauf, dass die Rötung besonders groß wird.

Nicht jede Borreliose verursacht eine sichtbare Wanderröte. Umgekehrt ist eine kleine, kurzzeitige Rötung nach dem Stich häufig eine lokale Reaktion. Eine sichere Unterscheidung ist aus der Ferne nicht möglich. Bei stärkeren Beschwerden, neurologischen Auffälligkeiten, Herzbeschwerden oder einer Verschlechterung wenden Sie sich umgehend an eine medizinische Anlaufstelle. Für Kinder ist die Kinderarztpraxis zuständig; bei akuten Notfällen gilt der Notruf.

Die BZgA und das Robert Koch-Institut empfehlen sinngemäß, Zecken möglichst schnell zu entfernen und den Körper nach Aufenthalten in der Natur abzusuchen. Aktuelle Hinweise zu FSME-Risikogebieten und Impfempfehlungen können sich ändern. Prüfen Sie sie deshalb bei RKI, Hausarztpraxis oder Gesundheitsamt, besonders vor Reisen oder längeren Aufenthalten in Risikogebieten.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich nach einem Zeckenbiss eine Borreliose?

Ein mögliches frühes Zeichen ist eine sich ausbreitende Rötung, die oft erst nach einigen Tagen sichtbar wird. Auch grippeähnliche Beschwerden können auftreten. Eine Diagnose ist anhand eines Fotos oder einer kurzen Beschreibung nicht sicher möglich. Lassen Sie auffällige Veränderungen und Beschwerden ärztlich abklären.

Muss ich nach jedem Zeckenstich zum Arzt?

Nicht jeder Zeckenstich erfordert sofort eine ärztliche Untersuchung. Entfernen Sie die Zecke zeitnah und beobachten Sie die Stelle. Bei einer zunehmenden Rötung, Fieber, starken Schmerzen, ungewöhnlicher Müdigkeit oder anderen Beschwerden sollten Sie eine Arztpraxis kontaktieren. Bei Kindern wenden Sie sich an die Kinderarztpraxis.

Schützt eine FSME-Impfung auch vor Borreliose?

Nein. Die FSME-Impfung schützt vor FSME, nicht vor Borreliose. Ob eine FSME-Impfung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Aufenthaltsort und dem persönlichen Risiko ab. Lassen Sie sich anhand der aktuellen Empfehlungen ärztlich beraten.

Können Hunde Borreliose bekommen?

Hunde können durch Zecken übertragene Erkrankungen bekommen. Nach Spaziergängen sollten Sie das Fell kontrollieren und einen passenden Zeckenschutz mit der Tierarztpraxis besprechen. Bei Verhaltensänderungen, Fieber oder anderen Beschwerden sollte Ihr Hund tierärztlich untersucht werden.

Wie lange muss ich die Einstichstelle beobachten?

Beobachten Sie die Stelle in den folgenden Tagen und achten Sie zusätzlich auf Ihr Allgemeinbefinden. Ein genauer Zeitraum lässt sich nicht für alle Verläufe festlegen. Wenn sich die Rötung verändert oder Beschwerden auftreten, holen Sie medizinischen Rat ein, statt selbst eine Diagnose zu stellen.